Mehrwert für alle: Sozialpraktikum unserer Azubis

Im Rahmen eines freiwilligen Sozialpraktikums haben zwei unserer Azubis ihre Arbeitsplätze vorübergehend in die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. verlegt.

Tafel_Stuttgart_1

Im zweiten Ausbildungsjahr haben unsere Auszubildenden die Möglichkeit an einem Sozialpraktikum teilzunehmen und sich somit gesellschaftlich zu engagieren und persönlich weiterzuentwickeln. Sarah (Auszubildende Kauffrau für Büromanagement) und Philipp (Dualer Student der Wirtschaftsinformatik) haben die Chance ergriffen und zwei Wochen in einer Tafel-Filiale gearbeitet. Über ihre Erfahrungen berichten die beiden selbst:

"Open up!" ist das Motto für die Sozialwoche der Auszubildenden. Dabei steht im Vordergrund, über den Tellerrand zu schauen, den Blick für Themen anderer Menschen in unserer Gesellschaft zu öffnen, die man im Alltag oft nicht wahrnimmt und uns für einen sozialen Zweck zu engagieren.

Gesagt, getan: Unser Praktikum stand fest und wir durften bei der Schwäbischen Tafel in der Filiale Leonhardsladen mithelfen. Ziel der Einrichtung ist es, ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen und der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Außerdem hilft sie dabei, bedürftige Menschen kostengünstig mit Lebensmitteln zu versorgen.

Beginn einer interessanten Zeit.

Tafel_Stuttgart_3

Unsere Arbeit beginnt um 8:00 Uhr. Die Ladenleiterin begrüßt uns freundlich und weist uns in die Aufgaben der kommenden Tage ein. Bevor der Laden von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr für Kund*innen öffnet, stehen Putzarbeiten sowie das Bestücken der Regale an. Außerdem treffen die ersten Lebensmittel ein, welche von uns und den anderen Mitarbeiter*innen gesichtet, geprüft, verlesen und bei Bedarf neu verpackt werden.

Um 9:45 Uhr öffnet der Laden bereits für alle Kund*innen mit einem Behinderungsgrad von 100%, um ohne langes Anstehen ihren Einkauf tätigen können. Viele andere Kund*innen stehen bereits in einer langen Schlange vor der Türe und warten darauf, auch einkaufen zu können.

Es gibt viel zu tun!

Tafel_Stuttgart_2

Unsere Aufgabe ist unter anderem die Einlasskontrolle: Nur Menschen mit einer Kunden- oder Bonuskarte sind berechtigt hier einzukaufen. Um wirklich sicher zu gehen, führen wir immer eine zweite Lichtbild-Kontrolle durch. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation darf außerdem nur eine bestimmte Anzahl an Personen den Laden betreten. Dazu wurden Regeln aufgestellt: Heute dürfen zum Beispiel abwechselnd Kunden mit den Nachnamen A - K und L - Z einkaufen. An diesem Tag nicht berechtigte Kunden müssen wir, um fair zu bleiben, auf andere Tage verweisen. Eine weiteres To Do ist es, die Regale immer wieder aufzufüllen und dabei die Kund*innen zügig durch den Laden zu führen, damit jede*r die Möglichkeit hat etwas einzukaufen und niemand mit leeren Händen nach Hause geschickt werden muss. Während dieser Aufsicht kontrollieren wir auch, dass jede*r sich an die Abgabemenge hält. So darf z. B. nur eine Packung Tomaten pro Kund*in gekauft werden, damit jede*r etwas bekommt. Wie in allen Einkaufsläden gibt es auch in der Tafel eine Maskenpflicht, zusätzlich bekommen die Kunden*innen von uns Handschuhe ausgehändigt.

Eine tolle Erfahrung.

Tafel_Stuttgart_4

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Agentur Mehrwert, der Schwäbischen Tafel und unserer Personalabteilung, für die Möglichkeit, Arbeit und Alltag für einen kurzen Zeitraum aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Wir haben tolle Erfahrungen gesammelt und uns wurde sowohl von allen Mitarbeitenden der Tafel als auch von den Kunden*innen sehr viel Herzlichkeit entgegengebracht. Armut ist für uns im Alltag oft nicht erkennbar und doch sind sehr viele davon betroffen. Es war sehr schön zu erfahren, dass egal in welchen Verhältnissen Menschen leben, Freundlichkeit nicht verloren geht.

Interesse geweckt?

Jede*r von uns kann seinen Teil dazu beitragen und die Tafel unterstützen, egal in welcher Form:

  • Geld spenden
  • Aktiv mithelfen als Privatperson oder Unternehmen
  • Lebensmittel und Drogerieartikel und Dinge des täglichen Bedarfs spenden