Lokale Händler stark machen

Interview mit Heinz-Peter Heggen: Der Vertriebsdirektor der Sparkasse Krefeld über aktuelle Payment-Themen und die Einführung von Apple Pay.


Heinz-Peter Heggen,
Vertriebsdirektor der Sparkasse Krefeld

Wie verlief die Markteinführung von Apple Pay?

Bei uns waren alle sehr offen für das neue, minutiös geplante Vorgehen. Die exzellente Unterstützung mittels aufbereiteter Unterlagen, Datenbankaustausch und gut strukturierter Verantwortlichkeiten brachte Sicherheit und einen sehr guten Überblick. Ungewohnt für uns waren die festen Vorgaben zu Kommunikation und Vertraulichkeit  – sie halfen aber, schnell und effizient umzusetzen. Viele Mitarbeitende gehörten zu den ersten Registrierten. Von der Kundschaft kam viel Zustimmung. Die häufigsten Fragen betrafen die Integration der Sparkassen-Card oder den Digitalisierungsprozess von Kreditkarten. Insgesamt lief es sehr gut; vieles empfiehlt sich für künftige Rollouts.

Was planen Sie 2020 zum mobilen Bezahlverfahren Apple Pay?

Zunächst die Einführung des mobilen Bezahlens mit der Girocard, wozu wir auch die Angebote der Gemeinsamen Sparkassenkommunikation nutzen. Darauf bauen unsere konkretenlokalen Maßnahmen auf, inklusive natürlich aller vereinbarten Maßnahmen mit Apple Pay.

Welche Payment-Entwicklungen beobachten Sie?

Spürbar ist eine deutliche Verlagerung vom PoS hin zum eCommerce. Für viele KMU ist die Entwicklung zum Onlinehandel eine große Herausforderung. Hier können Sparkassen mit Know-how und natürlich Finanzierungskompetenz punkten. Positiv entwickelt sich das kontaktlose Bezahlen: Auch Branchen wie Bäcker und Metzger öffnen sich zunehmend dem bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Die größten Herausforderungen für den Handel 4.0?

Seit längerem sind unsere Girofachberater im gewerblichen Segment aktiv. Es zeigt sich, dass viele Händler zwar die Notwendigkeit der Digitalisierung erkennen  – aber häufig nicht wissen, was sie wie anpacken sollten. So liegt der Fokus unserer Beratung auf dem Thema Kasse und Online-Shops aufbauen und betreiben. Mit der Enfore-Kassenlösung und dem One-Stop-Shop gibt es hier passende Angebote. Zudem wünschen sich unsere Händler eine aktive Unterstützung bei der Marktbearbeitung. Gerade durch den eCommerce geraten immer mehr Händler in eine wirtschaftliche Schieflage. Nach S-Vorteilswelt und S-Cashback wollen wir mit der nächsten Ausbaustufe weitere Leistungen wie den Reise-Service in die Mehrwert-Plattform integrieren. Wir wünschen uns eine einheitliche Umsetzung dieser Plattform mit einem Standard für alle Sparkassen. So hätten wir bundesweit ein attraktives Angebot für unsere Kunden und würden für den Handel zunehmend interessant. Es gilt, die Attraktivität des stationären Handels mit eCommerce-Angeboten aktiv und agil zu unterstützen.