Wie Kunst den Dialog anstößt

Der Teutoburger Wald digital verfremdet und collagiert: 13 großformatige Bilder zeigen regionale Motive, gepaart mit Themen aus der Finanzwelt. Die Sparkasse Paderborn-Detmold bringt sich auf 100 Quadratmetern mit digitaler Malerei ins Gespräch.

„Kunst in unserer Hauptstelle Paderborn soll eine Wohlfühlatmosphäre schaffen, funktionale Räume zum Strahlen und Kunden und Berater miteinander ins Gespräch bringen“, betont Olaf Saage. Er verantwortete das Kunstprojekt, das die Sparkasse mit dem DSV Kunstkontor des Deutschen Sparkassenverlags und dem Künstler Johann Büsen umsetzte.

Die genannten Ziele galt es, mit einer hochindividuellen und aufmerksamkeitsstarken Kunst zu erreichen. Sie sollte nichts Elitäres haben, sondern für möglichst viele Kunden zugänglich sein. Kurz: Kunst, die einen Bezug zur Region und zur Finanzwelt herstellt und gefällt. Was offenbar erfolgreich gelang, denn die großflächigen Kunstwerke erweisen sich in mehr als 50 Prozent der Kundengespräche als echte Türöffner. Um die Berater für die Kunstwerke zu sensibilisieren, organisierte die Sparkasse Führungen.


Foto: Ralph Richter, Düsseldorf

Überraschende Bilderwelten

Was ist das Geheimnis der Kunst und ihrer Dialogwirkung? Johann Büsen, mit Wurzeln im westfälischen Paderborn, sammelte als Ausgangsmaterial für seine Werke verschiedene Bild- und Videoformate. In einem Brainstorming entwickelte er mit der Sparkasse zunächst die Motive, bevor er sie zu detailreichen Bilderwelten collagierte. Damit entfernt er sich vom realen Charakter seiner Vorlagen. Dem Betrachter öffnen sich so fernab klassischer Postkartenmotive neue überraschende Perspektiven auf seine Region.

„Ein Kunde assoziierte beispielsweise mit einem abgebildeten Windrad zukunftsorientierte Technologien in der Region, ein anderer entdeckt im gleichen Bild einen als Sparschwein fungierenden Hasen, künstlerisch dem Drei-Hasen-Fenster im Paderborner Dom entlehnt“, erläutert Olaf Saage. Die mutige Bildsprache überrasche und rege den Dialog an. So vermittelt die westfälische Sparkasse gemäß ihrem Selbstverständnis Modernität und Weltoffenheit. Und erreicht auch Menschen mit Betrachtungsgewohnheiten, die weit zurückreichen: Weil auf jedem Bild viel zu entdecken sei, fühlten sich manche Kunden positiv an Wimmelbilder aus ihrer Kindheit erinnert, erzählt Saage.

Die Entwürfe für die Sparkasse arbeitete Johann Büsen in zehn Wochen mit Hilfe von Maus, Grafiktablet und diversen Programmen am Computer aus. Abschließend wurden die aus zahlreichen Bildfragmenten bestehenden Werke im Atelier des Künstlers gedruckt, lackiert, auf Keilrahmen gespannt und vor Ort montiert. Die Möglichkeiten, regionale Themen künstlerisch aufzugreifen, sind vielfältig. So realisierte die Sparkasse Göttingen eine Bilderserie mit Tobias Rehberger, der Zitate Göttinger Nobelpreisträger abstrahierte und als eine Art Geheimschrift auf großformatige Leinwände brachte.

Weitere Infos unter: www.dsvkunstkontor.de