Filialkonzeption in konstruktiver Runde

Kommt eine Geschäftsstelle in die Jahre, steht meist ein größerer Umbau an. Die Sparkasse Sprockhövel bezieht ihre Filialmitarbeiter in die Planung mit ein.

In ihrer modernisierten Filiale in Haßlinghausen inszeniert die Sparkasse Sprockhövel ihre Regionalität zeitgemäß und eindrücklich. Nach der Diskussion um die Schließung der Postbank-Filiale im Ort ist das nicht zuletzt ein wichtiges Signal nach außen dafür, dass der Standort erhalten bleibt. Um den bestmöglichen Gestaltungsansatz zu finden, holte der Sparkassenvorstand seine Mitarbeiter mit ins Boot. „Sie sind wichtige Entwicklungspartner für das neue Filialkonzept“, begründet Andreas Plachky, Leiter Organisation und Marktservice, diesen Schritt. Der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) begleitete den Prozess und lud die Sparkasse ins Planungsstudio ein. Zwei Vorstände, der Geschäftsstellenleiter, ein Kundenberater, eine Servicemitarbeiterin, ein Architekt des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) und Plachky brachten hier „gleichberechtigt in konstruktiver Runde“ ihre Vorstellungen ein.

Die gemeinsame Funktionsplanung und Positionierung der Möbel und Gestaltungselemente am haptischen Modell erlaubte, Varianten zu entwickeln und auf Wünsche und Ideen aller Beteiligten einzugehen (z. B. guter Sichtkontakt zu den SB-Geräten). Lassen sich doch die einzelnen Elemente einfach von A nach B verschieben. „Toll, dass man die Sichtachsen so gut erkennt. Und das im Planungsstudio integrierte Musterbüro hilft, die Raumgrößen besser einzuschätzen“, lobt Plachky. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der gemeinsamen Studioplanung: der Wunsch nach unterschiedlich gestalteten Räumen und insbesondere einem Beratungszimmer mit Lokalkolorit.


Regionalität betonen ? Beratungszimmer mit digital visualisierten Motiven des historischen Bergstollens.

Akzeptanz schaffen

Zu den Planungsdeterminanten gehörten neben dem Aspekt „Regionalität visualisieren“ auch die Optimierung der Diskretion und Flächeneffizienz sowie die Überführung der Kassengeschäfte in den SB-Bereich, um mehr Raum etwa auch für Kundenevents und Produktpräsentationen zu gewinnen. Außerdem galt es, Arbeitsplatz- und Beraterplatz voneinander zu trennen. Eine solche Raumaufteilung fördert den Austausch zwischen den Beratern und entspricht der Vertriebsstrategie der Zukunft der Sparkassen-Finanzgruppe. Doch die Umstellung löste nicht bei jedem Berater sofort helle Begeisterung aus. Auf die Vorbehalte in puncto Akustik reagierte die Sparkasse mit schallabsorbierenden Raumelementen.

Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, frühzeitig Themen zu klären, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Insgesamt sieben Berater teilen sich jetzt zwei Team- und drei Beraterzimmer. Die hochwertige technische Ausstattung und anspruchsvolle Raumgestaltung überzeugte die Mitarbeiter und betone eine zeitgemäße Beratungskultur – was auch das bisherige Kundenfeedback zeige, wie Plachky bestätigt. Vor allem gefalle das sogenannte Bergbauzimmer mit den digital visualisierten Motiven des historischen Erbstollens in der Region. Zu diesem Förderobjekt der Sparkassenstiftung realisierte ein Fotokünstler aufmerksamkeitsstarke Bilder. Regionale Themen digital aufzubereiten, ermöglicht darüber hinaus das PoS-Content-System des DSV: Als Blickfang erweist sich das Display im Foyer, wo die Sparkasse neben Immobilienangeboten auch aktuelle Informationen örtlicher Vereine ausspielt.

Mehr Diskretion auf weniger Fläche

Um die Fläche von rund 500 Quadratmetern im Erdgeschoss optimal nutzen zu können, musste die raumgreifende Doppelkassenbox weichen. Auf Empfehlung des SVWL ermittelte die Sparkasse Kundenströme und -laufwege in der Filiale. Die Erkenntnisse hieraus flossen in die Planung des neuen platzsparenden SB-Bereichs für sämtliche Kassengeschäfte. Auf der damit zusätzlich gewonnenen Fläche stehen nun zwei vom DSV gelieferte Dialogpunkte für Service und Schnellberatung. Das Ergebnis nach sechswöchigem Umbau: klare Anlaufpunkte für die Kunden, mehr Ruhe und Diskretion durch Schallabsorption.

Neu ist auch der Warte- oder Lounchbereich: Über einen 85 Zoll großen Monitor zeigt die Sparkasse tagsüber PoS-Content vom DSV – und abends wie zuletzt auf einer Händlerveranstaltung via USB-Anschluss ihre Präsentationen. Die effiziente Flächennutzung ermöglichte der Sparkasse die Fremdvermietung von bislang genutzten 165 Quadratmetern im ersten Obergeschoss. Fazit der Sparkasse: „Die Zeit im Planungsstudio war gut investiert.“ Auch für den kommenden Umbau der Hauptstelle will man laut Andreas Plachky wieder die Mitarbeiter auf den Gestaltungsweg mitnehmen, um gezielt auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen und so von Anfang an alle für ein zukunftsfähiges Filialkonzept zu begeistern.

Informationen zum modularen Filialkonzept des DSV und Rundumbild der Modellplanung unter www.dsv-gruppe.de/dsv/filialkonzeption