Digitaler Ausweis-Service vereinfacht Identitäts-Check

Ein neuartiger Digitaler Ausweis-Service ermöglicht die vollautomatisierte Identifikation und Legitimierung von Sparkassen-Kunden innerhalb kürzester Zeit. Entwickelt wurde der Service von der S-Markt & Mehrwert. Die Pilotierung und Einführung wird eng vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. begleitet.

Bis zu acht einzelne Handgriffe waren bisher nötig, um Kundendaten zu aktualisieren oder neu anzulegen. Im Schnitt kostete dies jeden Berater und die Marktfolge etwa sieben bis zehn Minuten, die statt dessen für den persönlichen Kundenkontakt oder andere Tätigkeiten genutzt werden könnten. Durch den Digitalen Ausweis-Service der S-Markt & Mehrwert können Personendaten und Ausweiskopie nun in etwa drei Minuten ausgelesen bzw. angefertigt, per Schnittstelle in das Kernbankensystem OSPlus übertragen und archiviert werden. Auch das Auslesen elektronischer Aufenthaltstitel ist möglich.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben der Zeitersparnis für Marktbereich und Marktfolge, wird durch die vollautomatische Identifikation und Legitimierung eine fehlerfreie Datenübernahme erreicht. Die eingesetzte Soft- bzw. Hardware erkennt gefälschte Ausweise und blockiert sofort die Verarbeitung der Daten. Ein Ausweisscan für Kopien und digitale Archivierung sind ebenfalls möglich. Um den neuen Service zu entwickeln, hatte die S-Markt & Mehrwert Ende 2017 deutschlandweit das erste Berechtigungszertifikat für das Vor-Ort-Auslesen von Ausweisdaten vom Bundesverwaltungsamt erhalten. „Wir wollen die Vorteile dieses vollautomatischen Verfahrens so bald wie möglich allen Sparkassen in Deutschland zur Verfügung stellen. Denn neben Zeit- und Kosteneinsparungen profitieren Institute auch davon, dass die Erfüllung bankaufsichtlicher Auflagen dadurch stark vereinfacht wird“, erklärt Matthias Drefs, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung, Hub, Innovationen, Ökosysteme.

Ausweis-Chip muss nicht aktiviert werden

Eine Änderung im Personalausweisgesetz (§ 18a PAuswG), das im Juli 2017 in Kraft getreten ist, erlaubt das Auslesen und die Nutzung der auf dem Chip gespeicherten Daten. Ausweis-Inhaber müssen die Chip-Funktion nicht aktivieren und auch ihre PIN nicht kennen. Denn die Daten sind bereits auf allen seit November 2010 ausgestellten Personalausweisen gespeichert. Die flächendeckende Versorgung soll bis 2020 abgeschlossen sein. Die Funktionsweise des Digitalen Ausweis-Services beruht darauf, dass der auf dem Ausweis befindliche RFID-Chip bei inländischen Ausweisen mithilfe einer App des Unternehmens Authada per Tablet oder Smartphone ausgelesen wird. Über die App werden auch Fotos des Dokuments als digitale Kopie angefertigt. Im Fall von ausländischen Ausweisen geschieht dies mithilfe eines zentralen Scanners der Bundesdruckerei: Dieser prüft den Ausweis, liest die Daten aus und fertigt automatisch eine Scan-Kopie an. Über die jeweilige Ausbaustufe kann jede Sparkasse selbst entscheiden.

Pilotierung bereits gestartet

Die Berliner Sparkasse testet den Ausweis-Service seit Mitte Januar und plant, ihn nach erfolgreicher Pilotierung in fast 90 Filialen ein-zusetzen. „Das Produkt ist zeitgemäß und kommt sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Kunden gut an“, erklärt Maurice Zengel, Medialer Vertrieb bei der Berliner Sparkasse. „Viele Kunden sind verblüfft, wie einfach die Daten ausgelesen werden können und nehmen die Berliner Sparkasse durch den Einsatz des Ausweis-Services als modernes, digital affines Institut wahr“, so Zengel. Weitere Sparkassen haben mit der Einführung des Digitalen Ausweis-Services bereits begonnen.